Angst

Beschreibung

Angst ist ein Gefühl oder ein Zustand der Sorge, der Verwirrung oder des Unbehagens. Furchteinflößende Gedanken und schlimme Vorahnungen prägen das Gefühl. Es ist normal, Angst zu haben, vor allem bei einer ernsten Erkrankung wie Krebs. Die Angst ist eine natürliche Reaktion auf Gefahren, wobei es individuell unterschiedlich ist, was Menschen als bedrohlich empfinden. Viele Menschen haben Angst vor Schmerzen, vor dem Sterben und um ihre Angehörigen. Angst kann in den verschiedenen Phasen einer Krebsbehandlung und auch in der Zeit danach auftauchen. Eigenschaften wie die eigene Persönlichkeit, das soziale Umfeld, der Verlauf der Erkrankung und die jeweilige Behandlungsmethode sind Faktoren, die das Auftreten von Angst und den Umgang damit beeinflussen können.

Anzeichen

Die körperlichen Anzeichen der Angst sind vielfältig. Hierzu zählen Zittern, Herzrasen, Angespanntheit, Wimmern, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwitzen, Mundtrockenheit, „Schmetterlinge" im Bauch, Müdigkeit, Schwindel, Durchfall, Übelkeit, Schluckbeschwerden, trockener Husten, Verspannungen im Nacken und Schulterbereich, Brustschmerzen, Ohrensausen, Schmerz im Unterleib und Blässe oder Röte im Gesicht. Ängste können sich zudem negativ auf das soziale Leben auswirken, da man oftmals gereizter und ärgerlicher im Umgang mit anderen Menschen ist. Schlafschwierigkeiten, ein starker Drang urinieren zu müssen und Appetitlosigkeit können ebenfalls durch die Angst verursacht werden. Der Umgang mit anderen Symptomen der Krebserkrankung  kann zusätzlich durch die Angst erschwert werden. Wenn Menschen durch die Erkrankung oder Nebenwirkungen der Therapie körperlich angeschlagen sind, kann es dazu führen, dass sie sich auch psychisch weniger stabil oder verletzlicher fühlen.

Ursachen

Veränderungen im Lebensalltag, der drohende Kontrollverlust über Lebensentscheidungen, Veränderungen des äußeren Erscheinungsbildes oder der Schock über die Krebsdiagnose können zu Gefühlen der Angst führen.

Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt viele Methoden, mit Angst umzugehen. Ziel ist es, dem Gefühl der Unsicherheit entgegenzuwirken oder die beängstigende Situation zu entschärfen, damit die Angst reduziert oder erträglicher wird. Hierbei können einige Strategien helfen. Beispielsweise kann es unterstützend sein, sich über die Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und mit anderen darüber zu reden. Manchen Menschen hilft es auch, eventuelle Entwicklungen gedanklich durchzuspielen und für diese Fälle vorauszuplanen. Eine weitere Möglichkeit ist es, der Angst durch kreative Techniken ein Ventil zu geben und Kraft aus überwundenen Situationen zu schöpfen.

Es gibt auch begleitende Therapieangebote wie beispielsweise die Hypnotherapie, (Lach-) Yoga und verschiedene Entspannungsverfahren (z. B. Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation). Ebenfalls können Techniken der Körper-Geist-Harmonisierung (beispielsweise QiGong oder Taiji Quan) helfen angstbesetzte Situationen besser zu meistern. Bei großer oder andauernder Angst, die zur Belastung im Alltag wird, kann professionelle Hilfe sinnvoll sein. In so genannten psychoonkologischen Praxen oder Beratungsstellen können dann ggf. spezielle Techniken (bspw. Achtsamkeitsbasierte Verfahren) angewendet werden. Oft kann aber schon ein Beratungsgespräch, in dem sich vielleicht konkrete Fragen klären lassen, entlastend wirken. Viele Ärzte und Zentren, die auf die Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert sind, arbeiten mit Psychoonkologinnen und Psychoonkologen zusammen und können Kontakt zu diesen vermitteln.

Quellen

Dieser Text entstand auf der Grundlage von:

  • Krebsinformationsdienst (2011): Krankheitsverarbeitung - Angst: Die Zukunft zulassen. (Stand: 16.09.2014)
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Dieser Text wurde erstellt am 30. Juni 2015 und zuletzt überprüft am 26. Juli 2016.

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