Depression

Beschreibung

Die Diagnose Krebs und die damit verbundenen, häufig lebensverändernden Ereignisse sowie Eingriffe sind oft begleitet von negativen Gefühlen wie beispielsweise Niedergeschlagenheit und Verzweiflung. Dies sind ganz normale seelische Reaktionen und nicht zwingend ein Anzeichen für eine Depression. Bestehen negative Gefühle jedoch über einen längeren Zeitraum und in einer hohen Intensität, sodass das alltägliche Leben deutlich beeinträchtigt wird, kann dies Anzeichen für eine Depression sein. Besteht der Verdacht auf eine Depression, ist es sinnvoll, mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen und eventuell auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn eine Depression ist eine erhebliche Beeinträchtigung und es ist schwer, unter einer solchen Belastung alleine einen Weg zur Veränderung der Situation zu finden.

Anzeichen

Die Symptome einer Depression oder einer depressiven Episode können sich individuell sehr unterschiedlich äußern. Als typische Anzeichen gelten negative Gefühlslagen sowie eine Verminderung von Antrieb und Aktivität. Viele Menschen mit einer depressiven Episode oder einer Depression haben weniger Selbstvertrauen und ein schlechteres Selbstwertgefühl als sie es gewohnt sind. Oft leiden Betroffene unter Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Interessensverlust und können sich schlecht konzentrieren. Die negative Gefühlslage verändert sich im zeitlichen Verlauf (z.B. über Wochen) kaum und bleibt unabhängig von (positiven) Lebensumständen bestehen. Je nach Grad der Intensität und Anzahl der Anzeichen werden depressive Episoden als leicht, mittelgradig oder schwer eingestuft.

Ursachen

Depressionen können seelische, aber auch körperliche Ursachen haben. Depressive Symptome können zum Beispiel als unerwünschte Wirkung nach einer Krebstherapie wie einer Bestrahlung im Kopfbereich oder der Anwendung bestimmter antihormoneller Therapien auftreten.

Behandlungsmöglichkeiten

Um Depressionen angemessen behandeln zu können, ist das Klären der Diagnose und das Ergründen der Ursache sehr wichtig. Vor allem Psychiater und Psychotherapeuten verfügen über die nötige Kompetenz, um seelische Probleme einordnen zu können. Eine psychotherapeutische Behandlung, beispielsweise durch eine Psychoonkologin bzw. einen Psychoonkologen (etwa mittels Achtsamkeitsbasierter Verfahren) kann dabei helfen, bestehende Probleme zu erkennen und zu lösen. Auch Verfahren zur Harmonisierung von Körper und Geist (bspw. QiGong, Taiji Quan oder Yoga) oder Entspannungsverfahren (wie Autogenes Training) können unterstützend hilfreich sein. Zudem ist eine medikamentöse Behandlung (z. B. mit Antidepressiva) möglich, die den Gemütszustand positiv beeinflussen kann. Insbesondere vor dem Hintergrund einer Krebserkrankung, bei deren Behandlung eventuell schon Medikamente zum Einsatz kommen, sollte die Einnahme von zusätzlichen Medikamenten zur Behandlung einer Depression hinsichtlich möglicher Wechsel- und Nebenwirkungen unbedingt abgeklärt werden.

Quellen

Dieser Text entstand auf der Grundlage von:

  • Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) (Hrsg.): Angst und Depression. (Letzter Stand: August 2014)
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  • ICD-10-GM Version 2014: F32.- Depressive Episode. In: Affektive Störungen (F30-39). In: Kapitel V Psychische und Verhaltensstörungen (F00-F99). (Letzter Stand: August 2014)
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  • National Institute of Mental Health (NIMH) (Hrsg.) (2011): Depression and Cancer.
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Dieser Text wurde erstellt am 30. Juni 2015 und zuletzt überprüft am 26. Juli 2016.

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