Erektionsstörung

Beschreibung

Bei einer Erektionsstörung (erektilen Dysfunktion) wird der Penis von Männern nicht oder nicht lange genug steif, um sexuellen Aktivitäten nachgehen und befriedigenden Geschlechtsverkehr haben zu können. Erektionsstörungen können insbesondere im Zusammenhang mit Prostatakrebs auftreten. Betroffene sollten Erektionsstörungen am besten mit ihrem behandelnden Arzt besprechen. Dann ist es möglich, organische Ursachen auszuschließen und Möglichkeiten zur Behandlung oder zum Umgang mit den Beschwerden zu finden.

Anzeichen

Um eine Erektionsstörung handelt es sich laut medizinischer Definition, wenn Betroffene in einem Zeitraum von etwa sechs Monaten bei sieben von zehn Versuchen keine ausreichende Erektion haben.

Ursachen

Erektionsstörungen können verschiedene Ursachen haben. Mit einer Krebserkrankung können erhebliche psychische Belastungen einhergehen. Diese können zu einem veränderten Interesse an Sexualität oder einer veränderten Erektionsfähigkeit führen. Aber auch körperliche Veränderungen können Erektionsstörungen zur Folge haben. Bei Krebspatienten kann die erektile Dysfunktion eine Folge des Tumorwachstums bei Prostatakrebs sein. Sie kann auch nach der Behandlung, z.B. aufgrund operativer Eingriffe an der Prostata, vorkommen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von Erektionsstörungen ist je nach Ursache sehr unterschiedlich und sollte daher in Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Häufig wird in die Behandlung eines Prostatakarzinoms eine uroonkologische Rehabilitation integriert. Therapiebestandteile dieser Rehabilitation sind dann beispielsweise physiotherapeutisches Schwellkörpertraining, psychoonkologische Interventionen (wie Achtsamkeitsbasierte Verfahren)  und Entspannungsverfahren. Auch eine medikamentöse Behandlung der erektilen Dysfunktion, welche zusätzlich mit L-Carnitin unterstützt werden kann, kann zur Verringerung des Symptoms angezeigt sein.

Einige Patienten profitieren von stressreduzierenden Anwendungen wie QiGong oder Taiji Quan. Allerdings liegen zu diesen Verfahren keine hinreichenden Wirkungsnachweise vor.

Quellen

Dieser Text entstand auf der Grundlage von:

  • Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI) (Hrsg.): Erektile Dysfunktion. (Letzter Stand: 07.11.2014)
    >> Link zum Text
  • Miles, C. et al. (2007). Interventions for sexual dysfunction following treatments for cancer. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2007, Oct 17;(4).

  • Müller, G. et al. (2015). Fachspezifische uroonkologische Rehabilitation nach Therapie des Prostatakarzinoms – Update 2015. In: Der Urologe, 2015, 54, S. 1108-1114.

Dieser Text wurde erstellt am 30. Juni 2015 und zuletzt überprüft am 26. Juli 2016.

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