Hitzewallungen

Beschreibung

Plötzliche, spontan aufsteigende Wärme, die sich vom Gesicht- und Brustbereich über den Körper ausbreitet, wird als Hitzewallung bezeichnet. Viele Menschen mit Krebs leiden unter Hitzewallungen. Die Ursache ist häufig eine Antihormontherapie gegen Brust- oder Prostatakrebs. Hitzewallungen sind zwar ungefährlich, können jedoch oft sehr belastend für die Betroffenen sein.

Anzeichen

Hautrötungen, starkes Schwitzen, Herzrasen und ein Gefühl der Beklemmung können mit den Hitzewallungen einhergehen. Hitzewallungen sind unberechenbar, können jederzeit auftreten und dauern zwischen zwei und dreißig Minuten. Die Häufigkeit, Dauer und Stärke der Beschwerden ist individuell unterschiedlich.

Ursachen

Die Ursache von Hitzewallungen liegt meist im veränderten Hormonhaushalt. Medikamente reduzieren die Produktion von weiblichen bzw. männlichen Geschlechtshormonen und verursachen dadurch wechseljahrähnliche Symptome. Zu den Betroffenen zählen deshalb mehrheitlich Brustkrebspatientinnen und Prostatakarzinompatienten. Hitzewallungen können jedoch auch im Zusammenhang mit einer Chemotherapie auftreten. Bestimmte Chemotherapeutika bremsen die Hormonproduktion in den Eierstöcken und führen dadurch zu Hitzewallungen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die effektivste Behandlung gegen Hitzewallungen ist eine Hormontherapie. Diese kommt jedoch für Menschen mit Krebs in den meisten Fällen nicht in Frage, da eine verminderte Produktion der Geschlechtshormone krebstherapeutisch beabsichtigt ist, um das Rückfallrisiko zu senken. Deshalb sind andere Behandlungsmethoden angezeigt.

Bewegung und körperliches Training steigern in der Regel das Wohlbefinden und können sich auf das Auftreten von Hitzewallungen auswirken. Regelmäßige Bewegung (z. B. mittels QiGong oder Taiji Quan) kann sich günstig auswirken ebenso wie das Erlernen von Entspannungstechniken (Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation) und Atemübungen (wie bspw. beim Yoga).

Auch Ernährung kann Hitzewallungen beeinflussen. Bei starken Beschwerden ist es sinnvoll, mit der Ärztin oder dem Arzt eine Umstellung der Hormontherapie zu besprechen. Wenn die Hitzewallungen nach dem Therapieende andauern, können Medikamente helfen. Dazu zählen Mittel, die die Schweißbildung reduzieren (z. B. Antidepressiva mit dem Wirkstoff Venlaflaxin). Es kommen auch einige komplementärmedizinische Behandlungsmöglichkeiten in Frage: Akupunktur, Soja, Wanzenkraut, Traubensilberkerze oder Ackerklee werden z. B. gegen Hitzewallungen eingesetzt. Wenn die Beschwerden als sehr belastend empfunden werden, kann eine Verhaltenstherapie oder die Anwendung Achtsamkeitsbasierter Verfahren beim Umgang damit unterstützen.

Für einige komplementärmedizinische Verfahren steht derzeit noch ein wissenschaftlicher Wirkungsnachweis aus. Die Anwendung sollte daher nur in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt erfolgen, um Kontraindikationen oder mögliche Wechselwirkungen abzuklären.

Quellen

Dieser Text entstand auf der Grundlage von:

  • Cancer research UK (Hrsg.) (2013). Hot flushes and sweats. (Letzter Stand: 19.05.2015)
    >> Link zum Text
  • Fisher, W. I. et al. (2013). Risk Factors, Pathophysiology, and Treatment of Hot Flashes in Cancer. In: A Cancer Journal for Clinicians, 63(3), S. 167–192.

Dieser Text wurde erstellt am 30. Juni 2015 und zuletzt überprüft am 26. Juli 2016.

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