Lymphstau

Beschreibung

Bei einem Lymphstau sammelt sich aufgrund von Veränderungen am Lymphsystem eiweißhaltige Lymphflüssigkeit im Gewebe. Diese Art von Schwellung wird auch als Lymphödem bezeichnet. Dabei werden vier verschiedene Stadien eines Lymphödems unterschieden: (0) Latenzstadium ohne sicht- und tastbare Schwellung, (1) Lymphödem mit weicher Schwellung, (2) Lymphödem mit Gewebsveränderung sowie (3) Lymphödem mit ausgeprägter Schwellung und verhärtetem Gewebe. Um Entzündungen oder weitere Gewebsveränderungen zu vermeiden, sollte ein Lymphstau schnellstmöglich ärztlich abgeklärt und behandelt werden.

Anzeichen

Lymphödeme können in unterschiedlichen Bereichen des Körpers entstehen, abhängig davon, wo das Lymphsystem durch die Tumorerkrankung oder -behandlung beeinträchtigt ist. Oft entwickeln sich Lymphödeme an Armen, Brust, Beinen, in Gesicht und Hals, am Unterbauch, in der Leistengegend oder auch im Bereich der Genitalien. Betroffene nehmen Lymphödeme oft wahr, weil die Kleidung aufgrund geschwollener Gliedmaßen enger sitzt als üblich. Gliedmaßen mit Lymphödemen können sich zudem schwer und müde anfühlen.

Ursachen

Ein Lymphstau kann bei Krebspatienten durch die Erkrankung selbst oder durch ihre Behandlung verursacht werden. Tumoren können in das sie umgebende Lymphabflussgebiet einwachsen oder Tumorzellen streuen. Dadurch blockieren sie die Lymphbahnen und ein Lymphödem entsteht. Während einer Krebsbehandlung werden häufig Lymphknoten entfernt oder bestrahlt. Das kann die Ödembildung begünstigen. Studien haben ergeben, dass körperliche Faktoren wie etwa Übergewicht das Risiko erhöhen, ein Lymphödem zu entwickeln.

Behandlungsmöglichkeiten

Behandlungsziel bei einem Lymphödem ist es, die angestaute Flüssigkeit abzuleiten, den Körper zur Ausbildung neuer Lymphbahnen anzuregen und Gewebsverhärtungen zu lösen. Die Anwendung von Lymphdrainagen und Kompressionsbandagen bilden dabei die Basis der Behandlung. Ist der Lymphstau besonders ausgeprägt, können spezifische Behandlungsmaßnahmen Anwendung finden. Dies gilt es mit dem behandelnden Arzt zu klären.

Leichte Bewegungs- und Atemübungen (bspw. aus dem QiGong, Taiji Quan oder Yoga) können positive Wirkung auf den Lymphabfluss haben. Als hilfreich gelten auch eine gute Hautpflege, um Entzündungen und Infektionen zu vermeiden, sowie das Tragen weiter Kleidung, um zusätzlichen Druck auf das Gewebe zu verhindern. Extreme Kälte oder Hitze (z.B. bei einem Saunabesuch) gelten als nicht empfehlenswert, da sie die Lymphproduktion anregen.

Quellen

Dieser Text entstand auf der Grundlage von:

  • Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz) – Krebsinformationsdienst (Hrsg.) (2011): Lymphödem bei und nach Krebs. (Letzter Stand: 19.09.2014)
    >> Link zum Text

Dieser Text wurde erstellt am 30. Juni 2015 und zuletzt überprüft am 26. Juli 2016.

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