Schmerzen

Beschreibung

Viele Menschen haben das Bild, dass Krebserkrankungen mit großen Schmerzen einhergehen. Dabei lassen sich Schmerzen, die im Verlauf einer Krebserkrankung auftreten, in neun von zehn Fällen mit modernen schmerztherapeutischen Methoden ausreichend behandeln. Krebs bedeutet also nicht automatisch, Schmerzen aushalten zu müssen. Es ist sinnvoll, mit der Ärztin oder dem Arzt über auftretende Schmerzen und Behandlungsmöglichkeiten zu sprechen. Eine gute Schmerztherapie sollte immer Teil der Behandlung sein. Denn unbehandelte Schmerzen können das Wohlbefinden und die Lebensqualität auf Dauer maßgeblich beeinträchtigen und beispielsweise zu Depressionen, Schlafstörungen und sozialem Rückzug führen.

Anzeichen

Schmerz ist eine vielschichtige Empfindung, welche mit drohender oder bestehender Schädigung von Gewebe oder Nerven verknüpft ist. Dabei ist das Schmerzempfinden und -erleben von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Daher kann Schmerz nur individuell und subjektiv beurteilt werden. Wichtig ist es, den Schmerz zu dokumentieren: Wo und wann tut es weh, wodurch wird der Schmerz beeinflusst?

Ursachen

Schmerzen können sowohl eine Folge des Tumorwachstums als auch eine Nebenwirkung der Krebsbehandlung sein (z.B. nach Operationen oder ausgelöst durch Medikamente). Sie können auch eine Folge von  Begleiterkrankungen sein. Dabei entstehen akute Schmerzen durch intensive Reize (mechanische, chemische oder thermische), die von Schmerzsensoren registriert und über Nervenbahnen ins Gehirn geleitet werden. Dort erfolgt dann die eigentliche Schmerzwahrnehmung. Schmerzen, die über einen längeren Zeitraum bestehen, können sich sozusagen selbstständig machen und zu chronischen Schmerzen werden. Ist das körperliche oder seelische Wohlbefinden allgemein beeinträchtig, kann dies die Empfindsamkeit und die Wahrnehmung von Schmerzen verstärken.

Behandlungsmöglichkeiten

Ziel der Behandlung ist eine effektive Linderung der Schmerzen mit möglichst geringen Nebenwirkungen. Eine Schmerztherapie ist in der Regel immer individuell angepasst und kann aus verschiedenen Therapiekomponenten bestehen.

Eine wichtige Rolle spielt die Therapie mit Medikamenten. Schmerzmittel wirken direkt an Schmerzrezeptoren und Nervenbahnen und lindern so das Schmerzempfinden. Neben Schmerzmitteln finden auch Medikamente gegen Depressionen und Krämpfe Verwendung. Diese haben eine dämpfende Wirkung auf die Nervenschaltstellen, über welche die Schmerzreize geleitet werden, und können daher einen schmerzlindernden Einfluss haben. Bei Patienten, deren Schmerzen durch Knochenmetastasen begründet sind, werden häufig Bisphosphonate, eine Knochenabbau verringernde Medikamentengruppe, eingesetzt.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind chirurgische Eingriffe (z.B. Entfernung schmerzhafter Abszesse), Strahlentherapie, Chemo- oder Hormontherapie, Physikalische Therapie (z.B. Lösung von schmerzhaften Verspannungen) sowie Psychotherapie (z.B. Achtsamkeitsbasierte Verfahren) und das Erlernen von Entspannungstechniken (wie autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation). Auch Akupunktur, QiGong, Taiji Quan, Yoga oder die unterstützende Anwendung von Heilpflanzen (wie Teufelskralle oder Weidenrinde) können gegen Schmerzen hilfreich sein.

Es ist wichtig, dass Betroffene ihr Schmerzempfinden vor und während der Schmerztherapie reflektieren und rückmelden, damit eine optimale und erfolgreiche Behandlung stattfinden kann.

Quellen

Dieser Text entstand auf der Grundlage von:

  • Deutsche Krebshilfe e.V. (Hrsg.) (2013): Schmerzen bei Krebs. Antworten, Hilfen Perspektiven. Die blaue Reihe, Heft Nr. 50.
    >> Link zum Text (PDF)

Dieser Text wurde erstellt am 30. Juni 2015 und zuletzt überprüft am 26. Juli 2016.

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