Yoga

Zusammenfassung

Ursprünglich stammt Yoga aus Indien und soll durch die Anwendung verschiedener Übungen positiv auf Körper, Geist und Seele wirken.

Yoga beinhaltet in der Regel verschiedene Körperübungen, Atemtechniken sowie Übungen zur Meditation und Entspannung, welche sowohl in Gruppen angeboten (z. B. in Form von angeleiteten Kursen) als auch alleine ausgeübt werden können.

Bei Menschen mit Krebserkrankungen kann sich Yoga positiv auf die Lebensqualität und das Wohlbefinden auswirken (z.B. Linderung von Stress, Angst, Depressionen und chronischen Schmerzen). Klinische Studien belegen diese Effekte, die allerdings eher gering sind. Für andere krankheits- oder therapiebedingte Symptome wie Fatigue, Schlafstörungen, körperliche oder psychische Beeinträchtigungen sind positive Effekte durch Yoga entweder nicht belegt oder die Ergebnisse der Untersuchungen sind widersprüchlich.

Negative Effekte von Yoga sind in den vorliegenden Studien nur in seltenen Fällen dokumentiert. Unerwünschte Auswirkungen können jedoch auftreten, vor allem wenn Übungen zu intensiv und belastend ausgeführt werden.

Hintergrundinformation

Der Begriff „Yoga" stammt aus dem Sanskrit (yuj), und lässt sich mit „zusammenbinden, unter ein Joch spannen" oder „Einheit" übersetzen. Gemeint ist dabei die Einheit von Körper, Geist und Seele.

Diese Einheit soll entsprechend dem traditionellen Yoga über moralische Disziplin, körperliche Übungen und Meditation erreicht werden. Aus dieser ursprünglichen Yoga-Lehre haben sich verschiedene, teilweise sehr unterschiedliche Yoga-Stile entwickelt.

In der westlichen Welt wird vor allem das Hatha-Yoga ausgeübt, bei dem verschiedene Körperübungen, Atemtechniken sowie Übungen zur Meditation und Entspannung angewendet werden. Zudem gibt es Yoga-Formen, bei denen Hilfsmittel (z. B. Klötze oder Bänder) eingesetzt werden. Einzelne spezielle Yoga-Variationen werden unter Veränderung äußerer Faktoren, wie der Raumtemperatur, durchgeführt und sollten nur von kreislaufstabilen Personen angewendet werden.
Generell sollte man beim Praktizieren von Yoga die eigenen Grenzen erkennen und diese beachten.

Geschichtlich betrachtet lassen sich die Anfänge von Yoga in westlichen Gesellschaften auf 1890 zurückverfolgen. Insbesondere in den 1960er Jahren wuchs das Interesse an der hinduistischen Spiritualität, da bei Personen, die Yoga-Übungen durchführten, positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System beobachtet werden konnten. Daher erfolgten in den 1980er Jahren erste wissenschaftliche Studien über die Auswirkungen von Yoga auf verschiedene Erkrankungen.

Anwendung

Yoga wird zur Verbesserung der allgemeinen körperlichen Fitness, aber auch bei unterschiedlichen gesundheitlichen Problemen (z.B. Stress, Angst, Depressionen und chronischen Schmerzen) eingesetzt. Dabei wird Yoga ein positiver Einfluss sowohl auf die psychische als auch auf die physische Gesundheit zugesprochen. Es wird auch als Teil von Achtsamkeitsbasierten Verfahren zur Verminderung von Stresssymptomen bei Krebspatienten eingesetzt.

In der Regel werden die verschiedenen Yoga-Übungen unter Anleitung von Yoga-Lehrern in Kursen ausgeübt. Mit Hilfe von Büchern, CDs oder DVDs können die Techniken jedoch auch selbst erlernt und alleine angewendet werden.

Wirkung

Yoga-Übungen verbinden verschiedene Elemente körperlichen Trainings. Sie beinhalten Drehungen, Balance- sowie Dehnübungen. Daher kann die Ausübung von Yoga die körperliche Fitness sowie die Fähigkeit, sich zu entspannen, positiv beeinflussen.

Über den genauen Wirkmechanismus von Yoga ist wenig bekannt. Hypothesen gehen davon aus, dass sich im Körper ablaufende Vorgänge durch Yoga verändern lassen und so Stressreaktionen als weniger belastend empfunden werden können. Veränderungen können in Teilen des Gehirns, im Nervensystem oder im Zusammenspiel von Nerven und Muskeln auftreten. Es handelt sich meist um Abläufe, die auf biochemischer Ebene stattfinden und die nicht willentlich steuerbar sind.

Einige Studien, die die Effektivität von Yoga bezogen auf die Lebensqualität von Krebspatienten untersuchten, konnten nachweisen, dass durch Yoga negative Symptome wie Angst oder Depressivität verringert werden können.

Der wissenschaftliche Nachweis über die Wirkung von Yoga bei krebsbedingter Fatigue oder Schlafstörungen ist schwierig zu erbringen, sodass zum jetzigen Zeitpunkt keine eindeutigen Aussagen möglich sind. Studien, die diese Problematik untersuchten, wiesen zwar häufig eine Verbesserung der Symptomatik nach, allerdings beruhen diese Ergebnisse auf Untersuchungen, die nicht frei von Mängeln (wie z.B. Patientenzuordnung, Trainingsgestaltung oder Ergebnisinterpretation) sind.

Sicherheit

Unerwünschte Nebenwirkungen kommen in der Regel nur selten vor. In Einzelfällen wurden negative Auswirkungen von Yoga im Zusammenhang mit einer fehlerhaften Anwendung der Übungen festgestellt. Beispielsweise kann es bei einer zu belastenden oder überambitionierten Durchführung bestimmter Übungen, wie dem Lotussitz, zu Nervenirritationen oder Verletzungen der Kniebäder kommen. Auch die Atemübungen sollten mit Bedacht angewendet werden, damit es zu keiner Irritation der Lungen kommt.

Im Sinne Ihrer eigenen Sicherheit und Gesundheit sollten Sie Yoga immer mit professioneller Begleitung und auch nur unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Belastbarkeit ausüben.

Gegenanzeigen

Bei Schwangerschaft oder körperlichen Erkrankungen (z. B. Asthma) sollten Betroffene zunächst mit einem Arzt und zusätzlich mit dem Yoga-Lehrer abklären, ob Yoga bzw. bestimmte Übungen unbedenklich angewendet werden können.

Asthma-Patienten oder Menschen mit Erkrankungen der Atemwege sollten anstrengende Atemübungen vermeiden.

Einige Übungen, wie der Kopfstand, sollten von Patienten mit Glaukom (grünem Star) oder Menschen mit erhöhtem Blutdruck nicht durchgeführt werden.

Quellen

Grundlage für diesen Text ist das CAM Summary Yoga (Version 06/2013) des CAM-Cancer-Projektes (Concerted Action for Complementary and Alternative Medicine Assessment in the Cancer Field) – fachlich geprüft durch das KOKON-Netzwerk.

Dieser Text wurde erstellt am 30. Juni 2015 und zuletzt überprüft am 26. Juli 2016.

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