Komplementärmedizin

Was ist Komplementärmedizin?

Der Bereich der Komplementärmedizin umfasst  verschiedene Behandlungsmethoden, welche sowohl begleitend als auch ergänzend zu konventionellen, schulmedizinischen Behandlungen eingesetzt werden können (komplementär = ergänzend).

Viele dieser Behandlungsmethoden weisen eine mitunter Jahrtausende währende Tradition auf (z.B. Pflanzenheilkunde, Akupunktur, Meditation), lassen sich aber in ihrer Wirkweise häufig nicht naturwissenschaftlich erklären. Krankheitssymptome und -beschwerden zu lindern sowie die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten zu verbessern, ist dabei ein wesentliches Ziel. Der besondere Fokus liegt auf dem individuellen Nutzen für Patientinnen und Patienten und dem Ansatz zur Selbsthilfe.

Ob eine komplementärmedizinische Behandlung ratsam ist, sollte immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Denn auch wenn Substanzen und Verfahren oftmals den Eindruck erwecken können, dass sie ungefährlich sind, ist nicht jede komplementärmedizinische Behandlung für alle Betroffenen geeignet. Je nach individueller Situation und anderen angewandten Therapien können komplementärmedizinische Behandlungen auch schädlich sein.

Im nachfolgenden Video gibt Dr. med. Markus Horneber, Onkologe und Sprecher des Kompetenznetzes KOKON, eine kurze Einführung zum Thema Komplementärmedizin.

(3:54 Min.)

Dr. med. M. Horneber erklärt den behandlungsmethodischen Hintergrund sowie die Besonderheiten der Komplementärmedizin.

Hier können Sie eine Zusammenfassung des Videos nachlesen:

Zur Beantwortung der zentralen medizinischen Fragestellung „Was nützt dem Patienten?" kann die Komplementärmedizin wertvolle Beiträge leisten. Eine moderne Medizin sollte daher ihre positiven Aspekte in die Versorgung der Patientinnen und Patienten integrieren.

Das weite, nicht klar abzugrenzende Feld der Komplementärmedizin beinhaltet viele, teils sehr unterschiedliche Behandlungsansätze. Eine klare Definition, welche Inhalte exakt zur Komplementärmedizin zählen, lässt sich nicht endgültig festlegen. Allerdings ist es genau diese Dynamik, die den komplementärmedizinischen Behandlungsansatz auszeichnet.

Komplementärmedizin schließt beispielsweise jahrhundertealte traditionelle Verfahren wie die Pflanzenheilkunde respektive Naturmedizin ein sowie Verfahren aus anderen Kulturkreisen, die z.B. ihren Ursprung in Asien haben. Ferner sind es Bereiche des täglichen Lebens, die durch die Anwendung von Komplementärmedizin beeinflusst werden können, wie etwa Ernährung und Bewegung. Auch kann die Komplementärmedizin zur Mobilisierung der eigenen Kräfte dienen und somit Ansätze zur Selbsthilfe bieten.

Allerdings sind viele Wirkungen komplementärmedizinischer Verfahren aus naturwissenschaftlicher Sicht bisher noch unklar. Zudem tauchen immer wieder unseriöse Heilsversprechen auf, die nicht Teil der Komplementärmedizin sind, sondern als unlautere Medizin angesehen werden müssen.