Atemnot

Beschreibung

Insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Lungenkrebs können Atemprobleme auftreten. Etwa acht von zehn Betroffenen leiden bei einer fortgeschrittenen Lungenkrebserkrankung unter Atemnot, auch Dyspnoe genannt. Aber auch Lungenmetastasen und andere Krebserkrankungen können mit Atemnot einher gehen.
Atemnot verursacht konkrete körperliche Beschwerden, gleichzeitig löst sie in der Regel auch Angst aus und wirkt sich auf das seelische Wohlbefinden aus.

Anzeichen

Atemnot ist ein subjektiv empfundenes Symptom, das sehr unterschiedlich wahrgenommen werden kann und sich kaum in objektiven Werten messen lässt. Die Intensität der Atemnot wird meist über das Zuordnen von Skalenwerten (z.B. auf einer Skala von 0 – keine Atemnot bis 10 – maximale Atemnot) ermittelt.
Häufig kommt es bei Patienten, die von einer Dyspnoe betroffen sind, zu einer vermehrten Ansammlung von Kohlenstoffdioxid im Blut, was zu Ermüdung und herabgesetzter Belastbarkeit führen kann.

Ursachen

Atemnot kann als Folge einer Krebserkrankung (in der Regel bei Lungenkrebs oder Metastasen anderer Tumoren im Bereich der Lungen) auftreten. Sie kann durch Tumorgewebe, das auf die Atemwege drückt, verursacht werden. Nach größeren Operationen, bei denen beispielsweise Teile der Lunge entfernt werden, kann sie ebenfalls als Symptom vorkommen. Vorerkrankungen der Atemwege oder des Herzens, Rauchen und negative Gefühlszustände wie etwa Angst können sich negativ auswirken und die Atemnot auslösen oder verstärken.

Behandlungsmöglichkeiten

Es bestehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um der Atemnot sowie der Angst vor Atembeschwerden entgegenzuwirken.

Physiotherapeutisches Atemtraining oder eine Sauerstofftherapie können unterstützend wirken. Ebenso können Entspannungsverfahren oder leichtes körperliches Training bspw. durch QiGong, Taiji Quan oder Yoga helfen mit der Atemnot umzugehen oder diese zu verringern. Auch Akupunktur zeigte bei einigen Patienten mit Dyspnoe bereits Erfolge. Die Anwendung dieser Verfahren ist im Zusammenhang mit Atemnot bei Krebserkrankungen allerdings noch nicht umfänglich untersucht. Eine objektive Beurteilung ihrer Effektivität im Zusammenhang mit krebsbedingter Dyspnoe kann daher noch nicht vorgenommen werden.

Atemnot, die durch Tumorwachstum ausgelöst wird, kann gelindert werden durch operative Techniken mit Lasern oder dem Einsetzen von Röhrchen aus Metallgeflecht (sogenannten Stents) zum Offenhalten der Atemwege. Entspannungstechniken (wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation) und psychologische Unterstützung oder Therapie (wie Achtsamkeitsbasierte Verfahren) können die Luftnot beziehungsweise die Angst davor reduzieren. Auch Medikamente wie Beruhigungs- oder Schmerzmittel können helfen.

Quellen

Dieser Text entstand auf der Grundlage von:

  • Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz) – Krebsinformationsdienst (Hrsg.) (2011): Therapien bei besonderen Problemen. Lungenkrebs: Behandlung von belastenden Symptomen. (Letzter Stand: 05.11.2014)  
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  • Bausewein, C./ Simon, S. T. (2013): Atemnot und Husten bei Palliativpatienten. In: Deutsches Ärzteblatt, 2013, 110(33-34), S. 563-572.
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  • Suzuki, M. et al. (2012): A Randomized, Placebo-Controlled Trial of Acupuncture in Patients With Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD). The COPD-Acupuncture Trial (CAT). In: Archives of Internal Medicine, 2012, 172(11), S. 878-886.
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Dieser Text wurde erstellt am 30. Juni 2015 und zuletzt überprüft am 26. Juli 2016.

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