Übelkeit

Beschreibung

Übelkeit ist ein unangenehmes Gefühl im Rachen und Bauchraum, das zu Erbrechen führen kann. Sie wird von Personen oftmals als „mir ist schlecht", „mulmig" oder als „Magenverstimmung" beschrieben. Im Kontext von Krebserkrankungen und -behandlungen unterscheidet man verschiedene Formen von Übelkeit. Einerseits kann sich Übelkeit als Nebenwirkung oder Reaktion auf bestimmte Krebsbehandlungen entwickeln. Daneben kann aber auch eine erlernte Form der Übelkeit vorliegen, auch antizipatorische Übelkeit genannt. Negative Erfahrungen oder Sinneseindrücke (wie beispielsweise Gerüche) werden mit Situationen verbunden, in denen Übelkeit auftrat. Als Auslöser für eine erneute Übelkeit oder Erbrechen reichen dann häufig schon bestimmte Gerüche oder Sinneseindrücke aus.  

Häufig führt Übelkeit zu einem Teufelskreislauf aus Appetitlosigkeit, zu wenig Nahrungsaufnahme und starker Beanspruchung des ohnehin schwachen Patienten. Daher ist die Behandlung von Übelkeit und Erbrechen ist ein fester Bestandteil von Krebstherapien.

Anzeichen

Mit der Übelkeit gehen Symptome wie ist ein erhöhter Speichelfluss, Schwindel, Benommenheit, Schluckbeschwerden, Hauttemperaturschwankungen, Appetitlosigkeit oder eine erhöhte Herzfrequenz einher. Beim Erbrechen kommt es dann zu einer Muskelkontraktion im Magen, wobei der Mageninhalt über den Mund ausgestoßen wird. Manchmal kommt es auch nur zum Würgen, hierbei versucht der Körper zu erbrechen, schafft es jedoch nicht.

Ursachen

Übelkeit kann mehrere Ursachen haben: Die Krebstherapie, die eigentliche Krebserkrankung, Medikamente, Innenohrprobleme, Ungleichgewicht von Mineralien und Salzen im Körper, Infektionen oder Angst sind die häufigsten Auslöser. Bei der antizipatorischen Übelkeit ist der Ursprung psychisch und begründet sich in schlechten Erfahrungen und den Erinnerungen an die mit vorherigen Behandlungen einhergehende Übelkeit.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine willentliche Beeinflussung von Übelkeit ist nicht möglich. Daher ist die medikamentöse Behandlung von Erbrechen und Übelkeit inzwischen fester Bestandteil einer Krebstherapie. Nicht zuletzt soll damit auch die Verankerung von antizipatorischer Übelkeit verhindert werden. Die Entwicklung guter Antiemetika (Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen) ist in den letzten Jahren weit fortgeschritten. Aber es gibt auch nichtmedikamentöse Möglichkeiten, Übelkeit während einer Krebserkrankung oder -therapie zu verringern.

Hausmittel wie verschiedene Tees oder Ingwer können ebenso hilfreich sein wie eine Nahrungsumstellung auf leicht verträgliche Lebensmittel. Auch psychoonkologische Verfahren (wie eine Verhaltenstherapie oder Achtsamkeitsbasierte Verfahren) oder die Anwendung von Entspannungsverfahren (wie autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation) können Übelkeit sowie die Angst davor vermindern. Häufig werden auch komplementäre Behandlungsansätze wie Akupunktur, QiGong, Taiji Quan, Yoga oder Misteltherapie eingesetzt.

Quellen

Dieser Text entstand auf der Grundlage von:

  • Deutsche Krebshilfe (Hrsg.) (2013): Wie Ingwer Krebspatienten hilft. (Letzter Stand: 19.05.2015)
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  • Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz) - Krebsinformationsdienst (Hrsg.): Übelkeit und Erbrechen. (Letzter Stand: 19.05.2015)
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  • American Cancer Society (Hrsg.) (2013): Nausea and Vomiting. (Letzter Stand: 19.05.2015)
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  • Garcia, M. K., et al. (2013). Systematic Review of Acupuncture in Cancer Care: A Synthesis of the Evidence. In: Journal of Clinical Oncology, 31(7), 952–960.
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Dieser Text wurde erstellt am 30. Juni 2015 und zuletzt überprüft am 26. Juli 2016.

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